Vernetzungsinstrumente Onkologie Dr. Urs Müller

von Urs am 30. Januar 2011

Während der Behandlung von Krebspatienten sind immer wieder Besprechungen innerhalb des Betreuungsteams nötig. Dies hauptsächlich in 2 Situationen

  • vor erneuten Ablärungen
    • zur Klärung des Settings: wer ist für was zuständig? wer braucht welche Informationen?
  • zur Diskussion des weiteren Vorgehens
    • meist im Rahmen eines Tumorboards

In Zentren sind beide Vernetzungen meist institutionalisiert:

  • Das Setting für Ablärungen muss meist nicht besprochen werden.
  • Treffen für Fallbesprechungen sind regelmässig vereinbart.

Patienten werden jedoch immer auch von einem zusätzlichen ambulanten Netz mitbetreut.

  • vom Hausarzt als Vertreter der Patientenanliegen
  • von vor- und nachbehandelnden Spezialisten
  • von der Spitex

Das Einbinden dieser Ressourcen verbessert die Betreuung und die Entscheidungsfindung.

Im Laufe der Jahre haben sich in der Onkologie Dr. Müller verschiedene Vernetzungsinstrumente bewährt. Im folgenden einige Beispiele.

Dokumentation

Eine gute Dokumentation ist immer noch das zentrale Vernetzungsinstrument. Sie sollte möglichst übersichtlich sein und es allen Beteiligten einfach machen Ergänzungen anzubringen. Ideal ist, wenn der Patient wichtige Informationen auf sich hat.

Patientenblatt

Hier sind die Diagnosenliste, die Beschreibung des Betreuungsteams und die geplanten nächsten Schritte aufgelistet. Der Patient hat dieses Dokument möglichst immer auf sich.

Verlaufsblatt

Dies ist Tradition bei onkologischen Patienten. Hier sind die durchgeführten Therapien, wichtigste Befunde des Patienten und Laborwerte aufgeführt.

Medikamentenblätter

Es gehört mit zum wichtigsten, dass alle Betreuenden über die aktuellen Medikamente informiert sind. Jeder Patient sollte immer eine aktuelle Medikamentenliste auf sich haben.

E-mail

Bei uns in der Gegend ist fast mit allen Beteiligten ein sicherer verschlüsselter E-mail Verkehr mittels HIN möglich. So kann diese schnelle Kommunikationsmethode oft eingesetzt werden.

Telefonkonferenzen

Die meisten ambulant möglichen Vernetzungsmethoden sind “sequentiell”. Das heisst es sind nicht alle Beteiligten gleichzeitig zur Diskussion anwesend. In komplexen Situationen ist dies aber unerlässlich. Telefonkonferenzen sind hier eine der Lösungen. Sie sind weniger zeitaufwändig als Treffen zum Beispiel in der Hausarztpraxis oder beim Patienten.

Videokonferenzen

Wenn auch Bildmaterial schnell ausgetauscht und disutiert werden soll, haben sich in letzter Zeit Videokonferenzen bewährt. Auch diese sind über verschlüsselte Verbindungen möglich.

Gespräche in der Hausarztpraxis

Für klassische Besprechungen haben sich im ambulanten Setting vorallem 2 Orte bewährt. Der erste Ort ist die Hausarztpraxis des Patienten. Speziell beim Übergang in vermehrte Hausarztbetreuung oder bei schwierigen Entscheidungsfindungen ist dies ein idealer Ort.

Gemeinsame Hausbesuche

Dies ist vorallem bei komplexen Palliativbetreuungen sinnvoll. Wenn zusätzlich zum betreuenden Kernteam von Hausarzt und der Spitex auch noch eine Spezialarztbetreuung nötig bleibt.

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{ 2 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Koske, Isabel September 5, 2011 um 13:29

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,
können Sie mir zum Artikel “Gallengangskarzinom – gibt es doch eine wirksame Chemotherapie” einen Ansprechpartner in Wien nennen?

Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Isabel Koske

Antworten

Urs September 5, 2011 um 13:44

Leider kenne ich die Kollegen von Wien nicht genügend. Mehr Informationen können Sie über
http://www.newmagic.at/ogeak/ogeak.nsf/Menue/2.5
einsehen.
Soviel ich gesehen habe, gibt es onkologische Sprechstunden im Wilhelminenspital
http://www.onkologie.at/
und in der Universitätsklinik
http://www.meduniwien.ac.at/innere-med-1/onkologie/
Ihr Hausarzt wird ev. die Ansprechspartner in Wien auch kennen und Sie beraten können
U. Müller

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