Urinteststreifen zeigt Blut – sofort abklären?

von Urs am 7. Dezember 2010

Wie oft gibt die Routineuntersuchung mit dem Urinteststreifen eine falsch positive Hämaturie an und führt so zu unnötigen urologischen Abklärungen? Dieser Frage geht folgende Arbeit nach (J Urol 2010; 183 (February): 560-565)

392 Patienten wurden zur Abklärung wegen Hämaturie überwiesen. 91 davon hatten eine mikroskopische asymptomatische Hämaturie. Aber nur bei 37 (41%) wurde der Befund vor der Zuweisung mittels Mikroskopie kontrolliert und nur 22 (34%) hatten ≥3 Erythrozyten pro Gesichtsfeld. 35 Patienten wurden weiter abgeklärt. Der einzige Patient mit wirklich einem Malignom hatte eine echte Mikrohämaturie.

Die Autoren meinen, dass eine Hämaturie immer mikroskopisch nachkontrolliert werden sollte. Eine Überweisung zum Urologen sollte erst nach Bestätigung erfolgen.

In der Realität ist ein Verzicht auf eine Abklärung aber schwierig. Sogar in dieser Studie wurden auch Patienten ohne mikroskopische Hämaturie abgeklärt. Eine Hämaturie kann ja auch intermittierend auftreten. Dem Patienten kann nie sicher gesagt werden, ob bei der mikroskopischen Kontrolle ein normaler Urin bestätigt wurde, oder einfach eine intermittierende Hämaturie an diesem Tag nicht aufgetreten ist. Eine direkte Kontrolle mikroskopisch bei pathologischem Urinteststreifen hilft da sicher.

Einen möglichen aktuellen Abklärungs Algorithmus finden sie unter dem link hier

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