Sentinel-Lymphknoten-Biopsie auch bei Mundkrebs nützlich

von Urs am 3. Dezember 2010

Sentinel-Lymphknoten-Biopsie kann mit einer Sicherheit von 96% (negative predictive value) Metastasen beim frühen Pflasterzellkarzinom der Mundhöhle ausschliessen.

Trotz normalem klinischen Untersuch, normalem CT, MRI und PET-CT werden zur Sicherheit Patienten trotzdem noch gemäss retrospektiven vor längerer Zeit erhobener Daten behandelt. Eine Sentinel-Lymphknoten-Biopsie hat die Therapieentscheidungen beim Brustkrebs und Melanom beeinflusst. Frühere kleinere Studien zeigten schon, dass bei Karzinomen der Mundhöhle eine Untersuchung des Sentinel Lymphknotens fehlende Metastasen voraussagen kann. Dies versuchte man in einer grösseren Studie zu überprüfen (J Clin Oncol 2010; 28 (March 10): 1395-1400)

Prospektiv wurden 140 Patienten in 25 Institutionen eingeschlossen. Es waren neu diagnostizierte T1/T2 cN0 Karzinome der Mundhöhle. Nach CT und MRI Untersuchung wurde der mit 99Tc markierte Sentinel Lymphknoten und klinisch verdächtige Lymphknoten entfernt und untersucht.

In der Routinefärbung mit H&E wurden 106 nicht befallene Lymphknoten gefunden mit einem “negative predictive value (NPV)” von 94%. Stufenschnitte und Immunhistochemie erhöhte den NPV auf 96%. In der Hand eines erfahrenen Chirurgen war der NPV 100%.

Die Autoren schlossen aus der Untersuchung, dass Studien für nur Sentinelknoten-Biopsie bei N0 Patienten durchgeführt werden können.

Zu beachten ist aber, dass doch eine 5-10% Fehlerquote vorhanden ist. Auch ist mir unklar, weshalb kein PET-CT in das Staging eingeschlossen wurde.

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