Selen – Weniger Nebenwirkungen bei der Radiotherapie?

von onco am 4. Februar 2011

Selen wird häufig von Krebspatienten eingenommen. Der Nutzen von Selen ausser bei der Substitution von Mangelerscheinungen ist weiterhin unklar. Ein möglicher Einsatz bei der Radiotherapie wurde in einer Studie untersucht.

Eine deutsche Studiengruppe wollte die Effizienz der Selen-Supplementierung und den Einfluss auf die Nebenwirkungen untersuchen (Int J Rad Oncol Biol Phys 78 (2010) 828-835).

Patientinnen mit einem Selen Blutspiegel unter 84 µg/L wurden in die Studie eingeschlossen. Vor einer geplanten Radiotherapie wegen eines Zervix- oder Uteruskarzinoms wurde randomisiert. Die Hälfte der Patientinnen erhielt 500 µg Selen während der Radiotherapie und 300 µg an den Radiotherapie-freien Tagen. Bei den anderen Patientinnen wurde der Selen Mangel nicht substituiert.

Der Selen Blutspiegel konnte signifikant angehoben werden. Bei den substituierten Patientinnen trat weniger Diarrhoe auf (20.5% vs. 44,5%).

Abschliessend

Mit nur 81 Patientinnen ist dies sicher eine kleine Studienpopulation. Wie immer ist bei Verminderung von Nebenwirkungen eine Verminderung der Wirkung auszuschliessen. Auch ist bei Selen die Grenze zu Überdosierung mit entsprechender Toxizität gering. Aber das Ausmass der Verminderung der Diarrhoe scheint mir weitere Untersuchungen zu rechtfertigen.

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