Radiotherapie bei DCIS – Wo hilft sie?

von onco am 23. Februar 2011

Patientinnen mit einem grossen Anteil von Carcinoma in situ in der Nähe der Resektionsstelle profitieren nach der Exzision am meisten von einer Radiotherapie bei DCIS.

Udo Rudloff und sein Team am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center wollte wissen wie gross der Einfluss der

  • Grösse des Resektionsrandes und des
  • Volumens der Erkrankung am Resektionsrand
    auf die
  • Häufigkeit der Lokalrezidive hat und ob die
  • Radiotherapie einen Nutzen hat.

Sie untersuchten deshalb 294 Patientinnen in ihrer Institution die eine brusterhaltende Therapie bei DCIS von 1991 bis 1995 erhalten hatten. (Ann surg 2010; 251 (April): 583-591).
Der Resektionsrand wurde als positiv (<1 mm), intermediär (1-9 mm) und breit (>10 mm) klassifiziert.

Beim Ausmass der Erkrankung wurde zwischen 1 befallenen Ductus und >2 befallenen Ducti unterschieden.

Die Patientinnen erhielten vorallem dann eine Radiotherapie, wenn sie ein high-grade DCIS oder Nekrosen nachgewiesen hatten.

Resultate

  • Nach 10 Jahren hatten insgesamt 22% der Frauen und
    nach 15 Jahren 29% der Frauen ein Lokalrezidiv (DCIS oder Karzinom).
  • Ohne Radiotherapie 28%,
    mit Radiotherapie 12% der Frauen.

Unterteilt nach Resektionsrand

  • >10 mm:
    21% ohne Radiotherapie und
    13% mit Radiotherapie hatten ein Lokalrezidiv
  • 1-9 mm:
    27% ohne Radiotherapie und
    12% mit Radiotherapie hatten ein Lokalrezidiv
  • <1 mm:
    42% ohne Radiotherapie und
    11% mit Radiotherapie hatten ein Lokalrezidiv

Der Effekt der Radiotherapie bei einem Resektionsrand >10 mm war nicht signifikant.

Prädiktive Faktoren

In einer Multivariant Analyse waren prädiktiv für ein Lokalrezidiv:

  • Keine Radiotherapie
  • Nachweis einer lobulären Neoplasie
  • Palpabler Tumor
  • Krankheitsvolumen am Resektionsrand
    • >2 befallene ducti
    • Resektionsrand <10 mm
  • Junges Alter

Abschliessend

Es bestätigte sich die Vermutung, dass vor allem Patientinnen mit einem grösseren Tumorvolumen am Resektionsrand von einer Radiotherapie profitieren.

Leider konnte keine Gruppe von Patientinnen definiert werden, die mit genügendem Resektionsrand (>10 mm) ein geringes Risiko für ein Lokalrezdiv haben.

Nach alleiniger Resektion trat immer noch bei 21% der Patientinnen ein Lokalrezidiv auf.

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