Prostatakarzinom – Radiotherapie mit höherer Dosis wirklich besser?

von Urs am 20. Dezember 2010

Eine höhere Dosis von 79 Gy führt beim Prostatakarzinom zu einer besseren Lokalkontrolle als eine tiefere Dosis von 70 Gy. Was sind die Konsequenzen? Dies wird in einer viel beachteten Studie diskutiert (J Clin Oncol 2010; 28: 1106-1111)

Von 1996 bis 1999 wurden 393 Patienten prospektiv in zwei verschiedene Radiotherapie Regimes randomisiert. Es wurde keine Androgensupression durchgeführt. Die Bestrahlung wurde in 2 Phasen gegeben. Initial eine Protonenbestrahlung mit zwei verschiedenen Dosen. Dann eine Photonenbestrahlung von 50.4 Gy. Die berechnete Äquivalenzdosis war 79.2 respektive 70.2 Gy.

Nach einem medianen follow-up von 8.9 Jahren, hatten die Patienten der intensiveren Bestrahlung eine sehr geringe Rate von Lokalrezidiven (hazard ratio nur 0.57). Biochemische Rezidive auf berechnet 10 Jahre traten in 32.2% bei der konventionellen Dosis und in 16.7% bei der höheren Dosis auf. Das überleben war nicht signifikant unterschiedlich.

Die Studienleitung schliesst aus der Untersuchung, dass die Hochdosis Ratiotherapie signifikante und andauernde Vorteile hat. Die Toxizität ist vergleichbar mit der konventionellen Bestrahlung.

Dass 70 Gy nicht genügend ist, wissen wir schon länger. Ebenso ist dies keine Studie, die den Vorteil einer Protonenbestrahlung beweist. Zu erwähnen ist auch, dass keine antihormonelle Therapie eingesetzt wurde. Auch ist es noch zu früh für Überlebensdaten.

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