Prostatabiopsie – häufige Hospitalisationen wegen Komplikationen

von Urs am 19. Dezember 2010

Eine retrospektive Untersuchung in Kanada zeigte, dass immer mehr Komplikationen nach sonographisch gesteuerter Prostatabiopsie auftreten.

Eine Studiengruppe in Ontario wollte untersuchen, ob die Komplikationen nach transrektaler ultraschallgesteuerter Prostatabiopsie in den letzten Jahren zugenommen haben. Ebenso ob diese Kompliationen zu Hospitalisationen geführt haben. (J Urol 2010; 183: 963-969)

Die spitalinternen Datenbanken von 1996 bis 2005 wurden benutzt um die Häufigkeit von Komplikationen nach Prostatabiopsie abzuschätzen. 1996 mussten 1% und 2005 4.1% der Patienten innert 30 Tagen nach Biopsie eingewiesen weden. Der häufigste Grund waren Infekte.

Dies scheint mir eine wichtige Arbeit, da sie zeigt, dass eine Prostatabiopsie nicht immer eine einfache und komplikationsarme Intervention ist. Der Grund des Anstiegs in den letzten Jahren ist unklar. Es könnte mit der vermehrten Resistenz für Chinolone zusammenhängen. Meist werden prophylaktisch Antibiotika nach der Biopsie gegeben. Ein Zusatzgrund könnte sein, dass die Anzahl Biopsien pro Sitzung zugenommen hat. (1990 meist 6 Biopsien, zurzeit meist 12 Biopsien). Diese Komplikationen müssen in Betracht gezogen werden, wenn mit den Patienten über ein PSA Screening gesprochen wird.

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