Ovarialkarzinom – Was gibt es Neues?

von onco am 13. Juni 2011

Es gibt neue Einsichten zum Einsatz der Intraperitonealen Chemotherapie beim Ovarialkarzinom.
Ebenso zur Frage ob beim Ovarialkarzinom das Screening einen Nutzen hat.
Aktuell sind vor allem die neuen auf dem ASCO vorgestellten Studien über den Einsatz von Avastin beim Ovarialkarzinom.

Intraperitoneale Chemotherapie beim Ovarialkarzinom

Eine intraperitoneale Chemotherapie hat sich als eine Therapieoption beim Ovarialkarzinom etabliert. Eingesetzt wird sie bei primärer Operation mit optimaler Zytoreduktion (< 0.5 cm). (Siehe Cochrane Database Syst Rev. 2006, Int J Gynecol Cancer. 2007;17(3):561, J Clin Oncol. 2003;21(7):1313, N Engl J Med. 2006;354(1):34.).

Es ist eine recht toxische Therapie.

In einer retrospektiven Studie wurde der Wert der intraperitonealen Chemotherapie beim Ovarialkarzinom nach neoadjuvanter Chemotherapie beurteilt. Der Nutzen der intraperitonealen Chemotherapie ist unklar, wenn präoperativ bereits eine Chemotherapie gegeben wurde.

Gemäss dieser Studie scheint bei diesen Patientinnen die intraperitoneale gegenüber der intravenösen Chemotherapie keinen Zusatznutzen zu bringen. (Gynecol. Oncol. 2011 vol 121 (3) pp.451-454)

54 Patientinnen mit intravenöser (IV Gruppe) und 17 Patientinnen mit intraperitonealer Chemotherapie (IP Gruppe) wurden verglichen. Das geschätzte mediane progressionsfreie Überleben war 18 Monate in der IV Gruppe und 14.1 Monate in der IP Gruppe. IP Chemotherapie war nicht prädiktiv für das progressionsfreie Überleben. Das geschätzte mittlere Überleben war 68.9 Monate in der IV Gruppe und 37.5. Monate in der IP Gruppe.

Intraperitoneale Chemotherapie ist schon in der adjuvanten Situation eine Indikation, die sehr individuell gestellt werden muss. Nach einer neoadjuvanten Chemotherapie ist sie postoperativ wohl nicht indiziert.

Avastin® beim Ovarialkarzinom

Es wurden zwei wichtige Studien zu dieser Indikation am ASCO 2011 präsentiert (ICON7 – randomisierte Phase III Studie die zuerst am ESMO 2010 präsentiert wurden, OCEANS – randomisierte Phase III Studie)

Beide Studien zeigten dass Avastin® (Bevacizumab) das progressionsfreie Überleben verbessert, wenn es zur Chemotherapie und anschliessend als Erhaltungstherapie gegeben wird.

Die Resultate wurden viel diskutiert. Als Beispiele folgende Links

Screening beim Ovarialkarzinom

78’216 Frauen zwischen 55 und 74-jährig hatten entweder ein jährliches Screening oder wurden wie üblich betreut. 10 Screening-Zentren in den USA beteiligten sich zwischen November 1993 und Juli 2001 an der Studie.

Bei den Frauen im Screening wurde jährlich das CA-125 für 6 Jahre bestimmt und ein Transvaginaler Ultraschall für 4 Jahre durchgeführt. Alle Patientinnwn würden für 11-13 Jahre nachkontrolliert.

Die Resultate dieser Studie wurden im JAMA. 2011;305(22):2295-2303 publiziert.

Mit dem Screening konnte keine Reduktion der Mortalität erreicht werden.

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