Myelodysplastische Syndrome – wie häufig sind Komplikationen?

von Urs am 10. Mai 2011

Gewisse myelodysplastische Syndrome haben viele Hospitalisationen, Aufenthalte auf Notfallstationen und benötigen viele Transfusionen. Bei diesen Patienten ist auch die Sterblichkeit erhöht. Die vorliegende Untersuchung wollte abklären, ob diese Notfälle bei Patienten mit Zytopenien häufiger sind. (Ann Oncol (2011) 22 (5): 1181-1188)

1864 Patienten wurden eingeschlossen. Sie waren in der “Surveillance epidemiology and End Results (SEER)” Datenbank in den USA registriert. Bei der Diagnose eines MDS zwischen 2001 und 2002 mussten sie 66-jährig sein.

Innert 3 Jahren traten bei 81% der Patienten eine Anämie auf, bei 25% eine Neutropenie und bei 41% eine Thrombozytopenie. Hospitalisationen waren bei 62%, Notfall-Aufnahmen bei 42% und Transfusionen bei 45% nötig. Alle 3 Komplikationen korrelierten mit Zytopenien.

Abschliessend

Alle Arten von Zytopenien treten bei älteren Patienten mit MDS häufig auf. Sie sind ein Mortalitäts-Risiko. Auch führen sie zu einer hohen Belastung für das Gesundheitswesen. Eine effiziente Prophylaxe dieser Komplikatonen wäre deshalb das Ziel.
Die Studie wurde von Amgen gesponsert. Amgen vertreibt ein Medikament zur Stimulierung der Thrombopoiese, das aber nicht für den Einsatz beim Myelodysplatischen Syndrome registriert ist. Die Kosten von Krankheiten haben immer auch einen Einfluss auf den für Medikamente bewilligten Preis. Die Studie scheint mir aber sehr sorgfältig durchgeführt zu sein. Wenn man sich zu einer supportiven Therapie entscheidet, wird die Betreuung von Patienten mit einem Myelodysplatischen Synderom wegen häufiger Komplikationen teuer.

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