Muskelschwund – eine Nebenwirkung von Sorafenib beim Hypernephrom

von Urs am 28. November 2010

Muskelschwund, respektive eine Abnahme der Muskelmasse ist ein häufiges Phänomen bei fortgeschrittenen Tumorleiden. Sorafenib, eingesetzt beim metastasierten Nierenzellkarzinom scheint diesen Vorgang zu fördern.

Körpergewicht, Muskelmasse und Körperfett werden sowohl durch das Nierenzellkarzinom als auch durch Sorafenib beeinflusst. In einer Subgruppenanalyse einer Multizenterstudie wurde versucht die entsprechenden Einflüsse näher aufzuschlüsseln. (J Clin Oncol 2010; 28 (February 20): 1054-1060)

80 Patienten wurden untersucht. 32 wurden mit Placebo behandelt mit crossover zu Sorafenib nach 6 Monaten. 48 Patienten erhielten 1 Jahr Sorafenib. Muskelmasse und Fettgewebe wurden aufgrund der durchgeführten CT Untersuchungen bestimmt. Im Verlauf verminderte sich die Muskelmasse signifiant stärker wenn Sorafenib eingesetzt wurde. Nach 1 Jahr Therapie hatten 71% eine verminderte Muskelmasse. Wichtig ist, dass die Muskelmasse auch bei den Patienten abnahm, die auf die Therapie ansprachen. Somit scheint vorallem Sorafenib und nicht eine Tumorprogredienz die Hauptursache des Muskelschwundes zu sein.

Beim metastasierten Hypernephrom ist eine Verminderung der Muskelmasse häufig. Oft maskiert durch eine Zunahme der Fettmasse. Sorafenib beschleunigt diesen Prozess. Die kann einige der Nebenwirkungen wie vermehrte Müdigkeit, Muskelschwäche erklären.

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