Mammakarzinom Lymphödem – hilft eine prophylaktische Lymphdrainage?

von Urs am 13. Januar 2011

Nach axillärer Lymphadenektomie beim Mammakarzinom kann ein Lymphödem auftreten. Es wurde studiert, ob eine manuelle Lymphdrainage dieses Risiko verhindern kann.

Eine kombinierte physikalische Therapie ist wirksam als Prophylaxe gegen ein Lymphödem (Devoogdt 2010). Unklar ist der Stellenwert der einzelnen Bestandteile, vor allem der manuellen Lymphdrainage.

Eine Studiengruppe in Belgien wollte hier mehr Klarheit (Devoogdt 2010). 160 Frauen nach Lymphadenektomie wurden eingeschlossen. Durchschnittlich 5 Wochen nach Operation wurde mit einer Therapie begonnen. Diese dauerte 20 Wochen. Die Hälfte der Frauen wurde in ein körperliches Trainingsprogramm eingeschlossen und die andere Hälfte bekam zusätzlich eine manuelle Lymphdrainage.

Bei beiden Therapien traten nach einem Jahr gleich viel Lymphödeme auf. Eine zusätzliche manuelle Lymphdrainage war somit nicht hilfreicher nach operiertem Mammakarzinom

Abschliessend

Eine vorbeugende manuelle Lymphdrainage scheint keinen Nutzen zu bringen. Die aktuelle Empfehlung nach operiertem Mammakarzinom lautet:

  • Brustkrebspatientinnen sollte möglichst früh nach der Operation mit körperlichem Training beginnen um ein Lymphödem zu verhindern.

Dies entspricht auch den schweizerischen Empfehlungen für Patientinnen nach operiertem Mammakarzinom. Siehe Broschüre der Krebsliga.

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