Mammakarzinom – Genetische Untersuchung in Tumor sagt Lokalrezidive voraus!

von Urs am 3. Januar 2011

Ein immer häufiger eingesetzter Score (21-Gene Recurrence Score Assay) scheint auch bezüglich Lokalrezidiv Risiko beim Mammakarzinom Aussagen machen zu können.

Der 21-Gene Recurrence Score hat sich als Entscheidungshilfe zur adjuvanten Therapie bewährt. Siehe Übersicht in Review of the Clinical Studies Using the 21-Gene Assay. The Oncologist, Vol. 15, No. 5. Eine Studiengruppe wollte untersuchen, ob er sich auch zur Einschätzung des Risiko von Lokalrezidiven eignet.

Daten von 2 prospektiven randomisierten Studien wurden retrospektiv daraufhin analysiert. Die NSABP B-14 Studie, die Nodal negative ER+ Patientinnen zwischen Tamoxifen und Placebo randomisierte und die NSABP B-20 Studie, die Nodal negative ER+ Patientinnen zwischen Tamoxifen und Tamoxifen & Chemotherapie randomisierte.

In beiden Studien wurden nach einer Lumpektomie die Patientinnen nachbestrahlt. Nach Mastektomie wurde nicht bestrahlt. Untersuchter Endpunkt war das lokoregionale Rezidiv (LRR – Rezidiv in Brust, in Brustwand oder Axilla).

  • Unter Tamoxifen war das LRR inntert 10 Jahren
    • insgesamt 4.3%
    • bei tiefem Recurrence Score 4.3%
    • bei mittlerem Recurrence Score 7.2%
    • bei hohem Recurrence Score 15.8%

Das Risiko für ein Lokoregionales Rezidiv war auch abhängig vom Recurrence Score bei

  • Patientinnen unter Placebo
  • Patientinnen die Chemotherapie und Tamoxifen erhielten
  • auch bei Patientinnen die eine Lumpektomie mit anschliessender Radiotherapie erhielten

Der 21-Gene Recurrence Score Assay scheint auch bezüglich Lokalrezidiven beim Mammakarzinom Aussagen machen zu können. Interessant wären Studien, die untersuchen ob dieses Risiko durch eine Radiotherapie nach Mastektomie vermindert werden kann. Die Frage nach einer Radiotherapie stellt sich zum Beispiel bei Patientinnen mit 1-3 befallenen axillären Lymphknoten.

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