Lymphknoten Untersuchung beim Kolonkarzinom – werden aktuelle Guidelines eingehalten?

von Urs am 31. Dezember 2010

Welche Fatoren beeinflussen die Lymphknoten Untersuchung nach Kolonkarzinom Operation und Lymhadenektomie? Die folgende Arbeit untersuchte die klinischen und pathologischen Faktoren. (Cancer 2010; 116: 2560–2570)

Die aktuellen Guidelines empfehlen mindestens 12 Lymphknoten beim operierten Kolonkarzinom zu untersuchen. Erst dies ermöglicht ein genügendes Staging für Behandlungsentscheidungen.

Daten wurden in einer populationsbasierten Studie mittels der SEER Datenbank gewonnen (Surveillance, Epidemiology, and End Results). Patienten mit primärem Kolonkarzinom im Stadium I-III, diagnostiziert von 1994-2005 wurden erfasst. Insgesamt standen 153’483 Fälle für die Untersuchung zur Verfügung.

  • 25% waren im Stadium I
  • 37% im Stadium II
  • 34% im Stadium III.
  • 5% hatten kein Staging.
  • Median wurden nur 12 Lymphknoten untersucht.
  • Im Verlauf von 1994 bis 2005 stieg die Anzahl untersuchter Lymphknoten.

Mehr Lymphnoten wurden untersucht bei

  • jungen Patienten
  • bei höherem Tumorstadium respetive Tumorgrösse und
  • bei positivem Lymphknotenstatus.
  • Pro 10 Jahre Alter verminderte sich die Anzahl untersuchter Lymphknoten um grob 10%.
  • Bei Karzinomen im Rektosigmoid und bei Rektumkarzinomen wurden weniger Lymphknoten untersucht.
  • Beim Rektumkarzinom vorallem nach präoperativer Chemotherapie.

Abschliessend

Die heutigen Guidelines empfehlen die Untersuchung von mindestens 12 Lymphknoten aus dem Operationspräparat. Die Anzahl untersuchter Lymphknoten verbesserte sich zwar im Laufe der Jahre. Aber bei immer noch einem signifikanten Anteil Patienten wird die empfohlene Zahl nicht erreicht. Eine Qualitätsverbesserung scheint mir nur mit konsequenter Behandlung von Patienten in interdisziplinären Netzwerden möglich. Was meinen Sie?

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