Lungenkrebs – Neues Medikament zu teuer?

von onco am 3. März 2011

Cetuximab ist ein Antikörper, der das Wachstum von Krebszellen blockieren kann. Er wird zusammen mit einer Chemotherapie gegeben. Beim Lungenkrebs verlängert diese Kombination das Überleben. Ist dies aber als neues Medikament zu teuer?

Immer häufiger werden nebst der Wirksamkeit einer Therapie auch deren Kosten beurteilt. Damit betritt man aber ein schwieriges Gebiet: Welche Kosten sind zu hoch? Wer bestimmt dies?

Als Beispiel, wie versucht wird mit dieser Fragestellung umzugehen, möchte ich auf folgende Arbeit hinweisen. (Ann Oncol (2011))

M. Jörger machte Kostenberechnungen mit einem sogenannten Markov Modell zur Ermittlung des Kosten-Nutzen Verhältnis von Erbitux zusätzlich zur Chemotherapie. Es wurden dazu die Daten einer klinische Studie (FLEX) genommen.

Benutzte Begriffe:

  • QUALY – Qualitätskorrigiertes Lebensjahr
    • Kennzahl für die Bewertung eines Lebensjahres im Verhältnis zur Gesundheit
      Ein Qualy von 1 bedeutet ein Jahr voller Gesundheit. Ein Qualy von 0 entspricht einem Versterben
  • ICER – zusätzliche Kosten einer zusätzlichen Massnahme (Nähere Beschreibung hier oder hier)

Resultate

  • Die Gabe von Cetuximab zu einer Standard-Chemotherapie führte zu einem Zugewinn an Qualitäts-adjustierten Lebensjahren (QALY) von 0,07. Die zusätzlichen Kosten waren € 26.088.
  • Die inkrementelle Kosten-Nutzen Relation (ICER) betrug € 376.205 per QALY

Gemäss öknomomischen Argumenten ist die Obergrenze für ein QUALY € 60.000.

Wenn Cetuximab nur intermittierend gegeben wurde waren die ICER geringer – zwischen € 31.300 und € 83.100 per QUALY. Dies natürlich in der Annahme, dass die Wirksamkeit identisch ist.

Abschliessend

Unter ökonomischen Aspekten wird die Gabe von Cetuximab bei einer ersten Therapie des Lungenkrebs nicht empfohlen. Dies, da die zusätzlichen Kosten verglichen mit anderen Massnahmen im Gesundheitswesen zu hoch sind. Es wird die Untersuchung von anderen Applikationsarten empfohlen.

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