Krebs im Endstatium – Hoffnungslosigkeit

von onco am 6. Juni 2011

Bei Krebspatienten ist das Gefühl der Hoffnungslosigkeit häufig. Am Europäischen Palliativkongress referierte L. Grassi aus Ferrara Italien über eine Umfrage bei Patienten.

312 Patienten wurden zu verschiedenen Zeiten ihrer Erkrankung befragt. Ziel war mehr über die Umstände zu wissen in denen Hoffnungslosigkeit auftritt.

Bei den befragten Patienten war eine Hoffnungslosigkeit häufig bei Depressionen. Sie trat aber auch auf, wenn der Umgang mit der Erkankung schwierig war (“maladaptive coping”) und in schwierigen Phasen der Erkrankung.

Wichtig ist, dass Hoffnungslosigkeit aufgetreten war, sowohl bei Patienten die voll informiert waren, als auch bei Patienten die nur teilweise informiert waren. Zurückhalten von Informationen ist also keine Lösung.

Hoffnungslosigkeit hat sich als psychologicher Begriff unabhängig von einer Depression etabliert. Er beschreibt einen

  • negativen Blick auf die Zukunft,
  • das Gefühl die Kontrolle verloren zu haben.
  • Das Fehlen von Vertrauen, Mut und Energie eigene Ziele zu verfolgen.

Bei Krebspatienten hat Hoffnungslosigkeit einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden aber auch auf die Betreuung. Nebst dem Risiko eine Depression zu entwickeln, kann sie auch dazu führen, dass die Krankheit oder Befunde nicht akzeptiert werden, dass eine Unzufriedenzeit mit der Betreuung oder mit den Angehörigen entsteht.

Hoffnungslosigkeit ist auch häufig bei den Angehörigen des Patienten. Sie kommt auch im Betreuungsteam vor und kann dort gleichermassen die Behandlungsqualität beeinträchtigen.

Abschliessend

Hoffnung bedeutet nicht Verleugnung der beschränkten Lebenszeit. Auch nicht ein “positives Denken”. Sie bezieht sich oft auf konkrete der Lebenssituation angepasste Ziele.

Hoffnung hängt mit “Coping” (Definition hier und hier), also dem Anpassen an Widrigkeiten zusammen. Die Psychologie kann hier Hilfmittel bieten. Hoffnung ist aber im Kern kein psychologisches Problem.

Das Finden einer neuen Perspektive ist ein Teil der Hoffnung. Die Ermächtigung diese Perspektive mitzugestalten der zweite Teil. Hier sind auch wir als Beteuungsteam gefordert.

Hoffnung hängt damit zusammen, wie dem Patienten Informationen gegeben werden. Hoffnung geben heisst nicht schlechte Nachrichten verheimlichen.

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