Kachexie und Gewichtsverlust bei Krebs kombiniert behandeln!

von Urs am 28. November 2010

Kachexie und Gewichtsverlust bei Krebs kombiniert behandeln!

Kachexie ist ein komplexes Syndrom. Gestagene sind die derzeitige Standardtherapie bei Krebspatienten. Eine Behandlung mit Einzelmedikamenten ist aber nicht sehr erfolgreich. Eine Arbeit in Supportive Care in Cancer (Volume 18, Number 1, 1-9) gibt eine Übersicht über das derzeitige Management.

Kachexie bei Krebs (Cancer-related-anorexia-cachexia syndrome CACS) ist die Kombination von Gewichtsverlust. Muskelschwund, Appetitlosigkeit, Entzündung und Insulinresistenz. Zentral ist eine durch Zytokine ausgelöste Dysbalance zwischen orexigenen und anorexigenen Signalen im ZNS.

Die Medikamente wurden in einzelnen Gruppen diskutiert.

  • Megestrolacetat und Medroxyprogesteronacetat sind die Eckpfeiler der derzeitigen Therapie. Der Appetit wird aber nur bei etwa 30% der Patienten verbessert und die Lebensqualität trotz Gewichtszunahme nicht verbessert.
  • Steroide wirken ähnlich. Deren Nebenwirkungen limitieren aber den Einsatz.
  • Hemmung von Zytokinen war bisher enttäuschend. Dies betrifft Omega-3 Fettsäuren, Cannabinoide und Bortezomib.
  • Erfolgsversprechende Medikamente sind Thalidomid, COX-2 Inhibitoren, Ghrelin, Insulin, einzelne Aminosäuren,
  • Oxandrolon ein Anabolikum und Olanzapin (Zyprexa®) ein Neuroleptikum scheinen bei den erfolgsversprechenden Substanzen die Favoriten zu sein.
  • Kombinierte Zugänge mit Appetit Stimulation, Hemmung von Zytokinen, Nahrungsergänzungen mit Antioxidantien und Beratungen werden derzeit studiert.
  • Studierte zukünftige Zugänge: Blockieren des Muskelabbaus mit Formoterol einem β2-Sympathomimetikum, den Einsatz von Selektiven Androgen Rezeptor Modulatoren und von monoklonalen Antikörpern.

Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht über den derzeitgen Stand dieses wichtigen Bestandteils der Supportiv Therapie von Krebspatienten. Neue Medikamente wie Oxandrolon und Olanzapin, und kombinierte Inteventionen verprechen in der Zukunft bessere Resultate. In der Realität sind derzeit Zugänge, die dem Patienten und vorallem den Angehörigen helfen sich an die Kachexie und Schwäche anzupassen wichtiger.

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