Inkontinenz nach Prostata Operation – was wirklich dagegen hilft!

von Urs am 29. Januar 2011

Beckenbodentraining zusammen mit anderen Strategien kann die Inkontinenz nach Prostata Operation dramatisch vebessern.

Ein bekanntes Risiko nach einer Prostata Operation ist die Blasenschwäche. Bis 2/3 der Männer leiden für eine gewisse Zeit mehr oder weniger darunter. Oft erholt sie sich, aber bei einigen Patienten kann die Inkontinenz noch nach Jahren ein Problem sein. Patricia Goode, eine Ärztin der Universität von Alabama wollte wissen, was die wirksamste Therapie dagegen ist (JAMA Jan 12).

Beckenbodentraining

Beckenboden Training Erste Übung

clipped von www.prostata.de

  • Legen Sie sich flach auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Zur Kontrolle ruht eine Hand >auf dem Bauch, die andere am Gesäß (bei Wiederholung der Übung abwechseln).
  • Einatmen, dabei den Bauch vorwölben, den Rücken ins Hohlkreuz gehen lassen und den Beckenboden entspannen.
  • Ausatmen, dabei versuchen, mit dem Kreuz den Boden wegzudrücken, Bauch flach werden lassen, Bauch- und Gesäßmuskulatur bleiben entspannt, Beckenboden kräftig anspannen. Spannung halten, bis Sie bis 10 (5-15) gezählt haben.

Beckenboden (http://www.health.gov.au)

Der Beckenboden besteht aus Muskeln und Bindegewebe zwischen den unteren Schambeinästen, den Sitzbeinen und dem Steissbein. Es stützt die inneren Organe von unten. Beim Mann tritt die Harnröhre durch diese Muskeln hindurch. Die Prostata unterstützt den Blasenhals und damit den Blasenverschluss. Nach einer Operation weitet sich der Blasenhals, was die inneren Schliessmuskeln schwächt und die äusseren Schliessmuskeln und den Beckenboden überlastet.

Die Muskeln des Beckenbodens lassen sie wie alle Muskeln trainieren. Den Beckenboden anspannen bedeutet, ihn anzuheben. Man saugt quasi den Damm ins Becken hinein und zieht die Schliessmuskeln von Harnröhre und Darm zusammen. Dies wie bei einem Versuch dem Drang zum Wasserlassen und Stuhlgang nicht nachzugeben. Die Gesäss- und Bauchmuskulatur bleibt dabei aber entspannt.

Eine gute Beschreibungen von Übungen finden sich hier und hier

Verhaltenstraining

Spezielle Übungen können helfen das Blasenentleerungsmuster zu verbessern. So kann man meist die Kontrolle über die Blasenentleerung zumindest teilweise zurückgewinnen. Es können sogar Jahre nach der Operation noch Verbesserungen erreicht werden.

Ziel ist der kritischen Blasenfüllung durch vorbeugendes Wasserlösen zuvorzukommen. So lernt der Betroffene einen neuen Rhythmus der Harnentleerung.

Tagebuch

Als erstes wird über einige Zeit der Zeitpunkt des Wasserlösens und die Menge des Harns notiert.

Toilettengänge festlegen

Jetzt werden aufgrund des Tagebuches die Toilettengänge festgelegt. Jetzt wird im Rahmen des Trainings der Betroffene so lange an die rechtzeitigen Toilettengänge erinnert, bis er den neuen Rhythmus sicher erlernt hat. Der Körper erinnert jetzt wieder automatisch an das Wasserlösen. Dies auch, wenn noch gar kein eigentlicher Harndrang vorhanden ist.

Anpassen der Trinkmenge

Beim Festlegen der Toilettengänge wird meist auch geplant, wann die beste Zeit für das Trinken ist und wann eher auf Flüssigkeit verzichtet werden soll. Ebenso sollte möglichst auf harntreibende Getränke wie Kaffee verzichtet werden.

Miktionstraining

Dies soll eine Verlängerung des Miktionsintervalls bewirken. Der Miktionsreflex wird beherrscht. Die Betroffenen müssen beim Harndrang ruhig bleiben und ihn mit äusserster Konzentration unterdrücken. Die Beckenbodenmuskeln werden angespannt. Dies ist jedoch nur nach vorhergender Abklärung sinnvoll. Eingesetzt wird dieses Miktionstraining wenn eine übermässige Drangsymptomatik vorliegt und der Schliessmuskel genügend stark ist.

Hilfsmittel

Für die Lebensqualität sind auch gute Einlagen wichtig. So kann die Angst genommen werden und die Betroffenen können wieder am Leben teilnehmen.

Biodfeedback

Überraschenderweise hatte zusätzliches Biofeedback oder elektrische Stimulierung des Beckenbodens keinen weiteren Nutzen. Diese aufwändigeren Therapien sollten deshalb nur gezielt nach vorgängiger Abklärung eingesetzt werden.

Was sind Ihre Erfahrungen? Ein Kommentar würde mich interessieren.

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{ 3 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Meier Franz Mai 26, 2012 um 21:40

Der Artikel “Inkontinenz nach Prostata Operation – was wirklich dagegen hilft!” ist gerade wegen seiner Kürze bzw. Beschränkung auf das Wesentliche sehr gut.

Sofern das Abo konstenlos ist, bin ich gerne dabei. Also; Kein Abo wenn es kostenpflichtig ist!

Mit bestem Dank! F. Meier

Antworten

UM Mai 27, 2012 um 07:27

Vielen Dank für den positiven Kommentar. Wir haben auf unserem Blog keine Abos.

Antworten

Maria und Anton Hösch Oktober 22, 2012 um 12:29

DAS BUCH
Mein Mann – die Prostata- und ich

Ein sehr persönliches Werk, das den Weg von der Diagnose Prostata-Krebs zu neuer Lebensqualität zeigt.

Eins vorweg: Eigentlich müsste dieses Buch zum Bestseller avancieren. Unabhängig von einer inhaltlichen Analyse sprechen nämlich die Zahlen nach einem Hilfeschrei. So sahen sich im vergangenen Jahrzehnt im Schnitt jährlich 5.000 Männer in Österreich mit der Diagnose Prostata-Krebs konfrontiert.

Aber wollen wir diese beunruhigende Zahl einmal ausblenden und stattdessen den Fokus auf den Inhalt des Buches lenken. Nach der kurzweiligen Lektüre bleibt zu allererst festzustellen: unglaublich mutig. Hinter diesem Werk stehen ein Mann und, wie könnte es anders sein, eine starke Frau. Hier wird mit klarer Sprache, mit schonungsloser Offenheit, mit schier grenzenlosem Mut an das Problem herangegangen und aus der Not eine Tugend gemacht. Dieses Buch ist mehr als ein Ratgeber, es ist ein unendlich starker Helfer für alle betroffenen Männer und insbesondere die Frauen der betroffenen Männer. Es ist – Gott sei Dank – kein vom Facharzt für Patienten geschriebener Versuch, sich in die Rolle des Betroffenen hineinzuversetzen. Vielmehr bildet es die existenziellen, von Freude und Leid geprägten Gefühle eines betroffenen Mannes in Wort und Bild ab. Klar wie die Sprache sind auch die zahlreichen Karikaturen. Klar ist auch die Kritik am Gesundheitssystem und klar wird schließlich auch die Botschaft, dass nur ein Miteinander erfolgreich durch diese veritable Lebenskrise führen kann. Was übrig bleibt, ist der Verlust der Prostata, aber auch – und deshalb ist dieses Buch „Engelswerk“ – ein gewaltiger Gewinn an Lebensqualität, an Einfühlsamkeit, ein Gewinn an Wahrnehmungsfähigkeit für die schönen Dinge des Lebens. Lesen, schmunzeln, fürchten, freuen, genießen und wertschätzen.

„Mein Mann, die Prostata und ich“ sollte in keiner Facharztpraxis fehlen, sollte auf Krankenschein verschrieben werden und wird an dieser Stelle auch jenen Männern und Frauen ans Herz gelegt, die noch keinen Gedanken an diese Krankheit verschwendet haben.

… zu bestellen im Buchhandel bei den Amazon,

ISBN Nummer 978-395 0237 474
Mein Mann – die Prostata- und ich
Trotz Totaloperation wieder zu Kontinenz und Potenz und das ohne Pillen
Das Buch ist eine große Hilfe für Betroffene. Vor allem für Prostataoperierte, also für wirklich ernsthaft erkrankte Menschen auf der ganzen Welt. Besonders betroffen sind aber einer von drei Männern im mittleren und nördlichen Europa.
Mit freundlichen Grüßen
Maria und Anton Hösch
E-Mail: info@anton-hoesch.at
Tel: +43 (0)3152 3492
Fax: +43 (0)3152 3492 4
Unterweißenbach 174
A-8330 Feldbach http://www.anton-hoesch.at

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