Können bald Infusionen weggelassen werden beim Multiplen Myelom?

von Urs am 23. Dezember 2010

Bortezomib (Velcade®) ist eines der wirksamsten Medikamente beim Multiplen Myelom. Unangenehm für die Patienten ist, dass häufige Infusionen nötig sind. Eine neue Applikationsform scheint dem Abhilfe zu leisten.

Am diesjährigen Treffen der Amerikanischen Hämatologie Gesellschaft (ASH) wurde eine subkutane Form von Bortezomib vorgestellt. (Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2010 116: Abstract 312)

Die subkutane Form scheint gleich wirksam zu sein wie die intravenöse und sogar weniger toxisch. In den pharmakokinetischen Untersuchungen war die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration und auch die maximale Plasmakonzentration höher bei der intravenösen Gabe. Die Gesamtmenge, die der Patient erhielt, gemessen als “area under the curve” AUC war jedoch identisch. Dies könnte die höheren Nebenwirkungen bei der intrevenösen Gabe erklären.

Das Ansprechen nach vier oder acht Zyklen war mit 52% identisch bei beiden Applikatonsarten. Ebenso die Anzahl kompletter oder partieller Remissionen, die Zeit bis zum ersten Ansprechen, die Zeit bis zum besten Ansprechen und die mediane Dauer des Ansprechens. Identisch war auch das 1-Jahres Überleben.

Grad 3 oder 4 Toxizität trat in der iv Gruppe bei 70% auf, nur 57% in der sc Gruppe. In der iv Gruppe waren öfter Therapiepausen oder Dosisreduktionen nötig.

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