Gelenkschmerzen und Nebenwirkungen bei Brustkrebs Therapien – besser mit Omega 3 Fettsäuren?

von UM am 22. November 2011

Immer wieder liest man über den Einfluss von Krebstherapien auf kognitive Prozesse – das sogenannte Chemo-Hirn. Hat dies vielleicht gar nichts mit der Chemotherapie zu tun?

Interessant ist folgende Arbeit, die kürzlich veröffentlicht wurde.

Frühere Untersuchungen zeigen, dass eine Chemotherapie zu Problemen mit dem Gedächtnis und der Konzentration bei Brustkrebsüberlebenden führen kann.

Um die Auswirkungen verschiedener Arten von Krebs-Behandlungen auf solche geistigen Fähigkeiten zu untersuchen, beobachteten Paul Jacobsen, PhD, der Moffitt Cancer Center und Research Institute in Tampa, und seine Kollegen Patientinnen und Kontrollpersonen.

  • 62 Brustkrebspatientinnen wurden mit Chemotherapie plus Bestrahlung behandelt
  • 67 Patienten wurden nur mit Radiotherapie behandelt und
  • 184 Frauen hatten keine Krebserkrankung.

Die Studienteilnehmer bekamen eine neuropsychologische Beurteilung sechs Monaten nach Abschluss der Behandlung wieder 36 Monate später. Dies ist eine längere Beobachtung als die meisten früheren Studien dieses Typs.

Die Studie bestätigte, dass die Chemotherapie kognitive Probleme bei Brustkrebs Überlebenden auslösen kann. Diese können 3 Jahre über das Behandlungsende hinaus anhalten. Darüber hinaus fanden die Forscher, dass Frauen mit Brustkrebs, die mit Radiotherapie (und ohne Chemotherapie) behandelt wurden, oft ähnliche Probleme erleben wie die Brustkrebsüberlebenden, die sowohl mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt worden waren. Bei einer Hormontherapie (zB Tamoxifen) fanden sie keine kognitive Einschränkungen.

“Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Probleme, die einige Brustkrebspatientinnen mit ihren geistigen Fähigkeiten haben, nicht nur durch die Verabreichung von Chemotherapie verursacht sind”, sagte Dr. Jacobsen. “Unsere Ergebnisse bieten auch ein umfassenderes Bild der Auswirkungen der Krebsbehandlung auf die geistigen Fähigkeiten als Studien, die Patienten nicht so lange verfolgen, oder die nicht auch auf die geistigen Fähigkeiten bei Brustkrebs Überlebenden schauen, die nicht mit einer Chemotherapie behandelt worden waren”, fügte er hinzu.

Original Artikel auf Englisch: “Cognitive functioning after cancer treatment: A three-year longitudinal comparison of breast cancer survivors treated with chemotherapy or radiation and non-cancer controls.” Kristin M. Phillips, Heather S. Jim, Brent J. Small, Christine Laronga, Michael A. Andrykowski, and Paul B. Jacobsen. CANCER; Published Online: December 12, 2011 (DOI: 10.1002/cncr.26432)

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Medikamentenskepsis Januar 17, 2012 um 11:35

Interessant scheint der Zusammenhang schon zu sein und ein Hinweis darauf, dass Omega-3-Fettsäuren generell zur Vorbeugung taugen könnten, denn das Phänomen trat ja nur zufällig bei Chemo-Patientinnen auf – man hätte auch Nichtbetroffene untersuchen können und vermutlich ähnliches gefunden. Aber eine Frage: in der Überschrift ist von Gelenkschmerzen die Rede – im Text werden sie aber nicht erwähnt – was war der Zusammenhang zwischen Fettsäuren und Gelenkschmerzen?

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UM Januar 17, 2012 um 12:24

Hatte die entsprechenden Arbeiten bei meinem Blogeintrag doch nicht eingschlossen und Titel nicht geändert ;)
Gelenkschmerzen werden anscheinend auch besser. Siehe zB folgenden Link. Auch Vitamin D könne helfen.
Die Zusammenhänge sind natürlich noch nicht sicher. Nebst unserer “Allergie-auslösenden” modernen Ernährung, wird auch direkt das Verhältnis Omega 6 und Omega 3 für die Entstehung von Rheumaerkrankungen diskutiert. Nebst Entstehung vorallem auch der Einfluss auf die Aktivität der Entzündung durch genügende Zufuhr von Omega 3 Fettsäuren

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