Haben gebrechliche ältere Patienten mehr Chemotherapie-Nebenwirkungen?

von onco am 16. Mai 2011

“Geriatrisches Assessment” und “Frailty Markers” werden immer häufiger vor dem Start einer Chemotherapie eingesetzt. Viele Studien zeigen, dass damit die Toxizität und der Profit von einer Chemotherapie abgeschätzt werden kann. Vorliegende Untersuchung zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Gebrechlichkeit und Toxizität einer Chemotherapie doch nicht so einfach ist. (Crit Rev Oncol Hematol 78 (2011) 138-149)

In einer prospektiven Pilot Studie wurden 112 Patienten mit einem medianen Alter von 74 Jahren eingeschlossen. Ziel war den Zusammenhang zwischen funktionalem Status und Toxizität nach 3 Monaten sowie der Mortalität nach 6 Monaten zu erfassen. Es wurden 7 Marker für “frailty” (Gebrechlichkeit) und 4 Marker für den funktionalen Status überprüft.

Resultate

15 Patienten verstarben. Bei 31 Patienten traten Toxizitäten auf. 88% der Patienten hatten bei Studieneinschluss einen Marker für Gebrechlichkeit. Lediglich eine geringe Griffstärke war prädiktiv für Toxizität. Der Performance Status und Einschränkungen der ADL (activity of daily living) waren prädiktiv für die Überlebenszeit aber nicht für die Toxizität.

Abschliessend

Die Häufigkeit der Marker für Gebrechlichkeit war für mich überraschend hoch in der untersuchten Population. Die Mehrheit der Patienten hatten mehr als einen Marker. Für die Toxizität war aber nur die Griffstärke ein prädiktiver Marker. Der Nutzen von Gebrechlichkeits-Markern muss somit in weiteren Studien geprüft werden.

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