Gallengangskarzinom – gibt es doch eine wirksame Chemotherapie?

von Urs am 7. Dezember 2010

Eine Therapie mit Cetuximab, Oxaliplatin und Gemzitabine scheint erstmals gute Aktivität beim metastasierten Gallengangskarzinom zu zeigen. Dies bei akzeptabler Toxizität

Das Gallengangskarzinom hat wenn inoperabel immer noch eine schlechte Prognose. Bis vor kurzem gab es keine Standardtherapie.

Eine Wiener Forschungsgruppe behandelte 30 Patienten mit unresezierbarem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Gallengangskarzinom. Gegeben wurden 500 mg/m2 Cetuximab Tag 1, 1000 mg/m2 Gemzitabine Tag 1 und 100 mg/m2 Oxaliplatin Tag 2 alle 2 Wochen für 12 Zyklen. Lesen Sie mehr hier (The Lancet Oncology, Volume 11, Issue 12, Pages 1142 – 1148, December 2010)

63% der Patienten hatten eine Tumorrückbildung, 10% eine komplette Remission und 53% eine partielle Remission. 9 Patienten wurden sogar operabel.

Nebenwirkungen wurden als akzeptabel bezeichnet. Wobei doch bei 13 Patienten von 30 eine Grad 3 Toxizität auftrat. 4 mit Hautexanthem, 4 mit Neuropathie und 3 wegen Thrombozytopenie. Daneben Nausea, Diarrhoe und Neutropenie bei je einem Patienten mit Grad 3.

Dies scheint wirklich ein erfolgsversprechender Therapieansatz zu sein. Die Kosten sind aber recht hoch. Studien, die nebst Remission auch die Lebensqualität und palliative Zielsetzungen berücksichtigen sind nötig und anscheinend auch geplant mit einer grösseren randomisierten Studie.

Die Hauterscheinungen unter Cetuximab haben oft ausgeprägte Auswirkungen auf die Lebensgestaltung. Die mediane Überlebenszeit des unbehandelten Gallengangskarzinom beträgt ca. 6 Monate. Es ist noch unlar, ob diese Chemotherapie das Überleben relevant verlängert. Für einen definitiven palliativen Einsatz braucht es also sicher noch mehr Erfahrungen.

Möchten Sie über neue Artikel informiert werden?
Geben Sie Ihre E-Mail Adresse an!

Schreibe einen Kommentar

Früherer Artikel:

Späterer Artikel: