Endstadium Krebs – Was erwartet Krebspatienten am Lebensende?

von onco am 28. Februar 2011

Es gibt immer noch viele Vorurteile über die Lebensqualität von Krebspatienten. Das Bild eines würdelosen Siechtums als unweigerliches Schicksal im Endstadium Krebs herrscht immer noch vor. Thomas Gill von der Yale University School of Medicine, New Haven wollte deshalb mit einer Befragung in Erfahrung bringen, wie es Krebspatienten wirklich im letzten Lebensjahr geht. (Trajectories of disability in the last year of life)

Im letzten Lebensjahr haben die Mehrzahl der Patienten keine oder nur geringe Einschränkungen ihrer Selbständigkeit. Etwa 1/3 der Patienten hatte eine rasche Verschlechterung des Zustandes in den letzten 3 Lebensmonaten. Weniger 1 von 200 Patienten hatte schwere andauernde Einschränkungen der Selbständigkeit.

754 über 70-jährige Patienten wurden regelmässig befragt. 405 davon starben und bei 383 konnten die Befragungen ausgewertet werden.

Die Selbständigkeit wurde gewichtet aufgrund der Fähigkeit sich zu waschen, sich anzuziehen, zu gehen und selbständig aus dem Sitzen aufzustehen. Diese Punkte sagen gut das Ausmass der Pflegebedürftigkeit voraus. Ebenso zeigen sie gut, als wie eingeschränkt die Lebensqualität angesehen wird. Die Teilnehmer wurden monatlich am Telefon befragt und alle 18 Monate zuhause beurteilt. Die Selbständigkeit wurde in 4 Grade eingeteilt.

Es konnten vier mögliche Wege der letzten Lebenszeit definiert werden.

  • Selbständigkeit während des ganzen Jahres.
  • Abrupte Verschlechterung, die innert der letzten 3 Monate auftritt.
  • Zunehmende Verschlechterung, die ohne Einschränkung startet und sich innert der letzten 10 Monate verschlechtert.
  • Progrediente Verschlechterung, die mit einer Einschränkung startet, die sich im Laufe des Jahres verschlimmert.
  • Ständig eingeschränkte Selbständigkeit während des ganzen Jahres.

Persistierend eingeschränkt waren vor allem Patienten mit Demenz. Sonst kann der zukünftige Weg nicht vorausgesagt werden. Allgemeine Schwäche und Organversagen waren ebenso häufig als Todesursache bezeichnet worden wie eine sichtbar zunehmende Krebserkrankung.

Abschliessend

Diese Untersuchung zeigt: es ist schwierig den Weg einer nicht heilbaren Krebserkrankung vorauszusagen. Der grösste Teil hat keine oder nur eine leichte Einschränkung der Selbständigkeit. Aber es ist einerneuter Hinweis: Den Patienten früh mit einer gut vernetzten Palliativbetreuung in Kontakt bringen. Dadurch können rasche Verschlechterungen abgefangen oder verhindert werden.

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