Einsatz von Lenalidomid beim Myelom und Myelodysplastischen Syndrom

von onco am 10. August 2011

In kurzem Abstand sind 2 wichtige Arbeiten zum Einsatz von Lenalidomid erschienen. Ich habe die Zusammenfassung übersetzt.

  • Auch bei stark vortherapierten Patienten mit einem Multiplen Myelom kann mit Lenalidomid noch ein Langzeitüberleben erreicht werden. Dies insbesondere wenn früher eine Hochdosistherapie durchgeführt worden ist.
  • In einer Phase III Studie wurden die guten Erfahrungen zum Einsatz von Lenalidomid beim 5q- Syndrom bestätigt.

Lenalidomide Can Induce Long-Term Responses in Patients With Multiple Myeloma Relapsing After Multiple Chemotherapy Lines, In Particular After Allogeneic Transplant
Leukemia and Lymphoma. 2011 Jul 1;52(7):1262-1270
Zusammenfassung
Der Nachweis eines längeren Ansprechens auf Lenalidomid bei intensiv vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom fehlt. Diese Studie will prüfen, ob länger ansprechende Patienten vorkommen, die Charakteristika der Langzeit Responder und ob es prädiktive Faktoren einer längeren Antwort gibt.
Hundert und vier Patienten mit multiplem Myelom, die nach 2 Therapie-Linien (Median 3) mit Lenalidomid und Dexamethason behandelt wurden, wurden analysiert. Längeres Ansprechen wurde als mindestens eine partielle Remission (PR) über 12 Monate festgelegt. Die Gesamt-Ansprechrate lag bei 73% und 80,3% des Ansprechens wurden innerhalb von 5 Monaten erreicht. Die mittlere Zeit bis zum Ansprechen betrug 14,3 Monate. 87 Patienten waren auswertbar für ein längeres Ansprechen und insgesamt 47% waren Langzeit Responder.
Im Vergleich zu Nicht-Langzeit-Respondern hatten Langzeit Responder insgesamt bessere Überlebenschancen, weniger Leicht-Kette Myelome und eine höhere Inzidenz von t (11; 14). Vorherige allogene Transplantation (alloSCT) und die Qualität des Ansprechens prognostizierten eine Langzeit Antwort.
Zusammenfassend Mit Lenalidomid behandelte Patienten können langfristige Responder werden; alloSCT und Qualität des Ansprechens sagen eine langfristige Remission voraus.
Hier zu Artikel auf Englisch… (OncologyStat)


A Randomized Phase 3 Study of Lenalidomide Versus Placebo in RBC Transfusion-Dependent Patients With Low- /Intermediate-1-Risk Myelodysplastic Syndromes With del5q
Blood. 2011 Jul 13;[Epub Ahead of Print]
Zusammenfassung
Diese randomisierte Phase 3 Doppelblind-Studie beurteilt die Wirksamkeit und Sicherheit von Lenalidomid bei 205 RBC Transfusions-abhängigen Patienten mit IPSS Low-/ Intermediate-1-Risiko del5q31 myelodysplastischen Syndromen (MDS).
Die Patienten erhielten Lenalidomid 10 mg / Tag Tage 1-21 (n = 69) oder 5 mg / Tag Tage 1-28 (n = 69) bei 28-Tage-Zyklen; oder Placebo (n = 67). Crossover mit Lenalidomid oder höhere Dosis war nach 16 Wochen möglich. Mehr Patienten in der Lenalidomid 10 – und 5-mg-Gruppen erreichten RBC-Transfusionen Unabhängigkeit (TI) für ≥ 26 Wochen (primärer Endpunkt) im Vergleich zu Placebo (56,1% bzw. 42,6% vs 5,9%, beide p <.001). Die mediane RBC-TI wurde nicht erreicht (medianes Follow-up 1,55 Jahre). 60% - 67% der Remissionen dauern an ohne Progression zu akuter myeloischer Leukämie (AML). Zytogenetisches Ansprechen war 50,0% (10 mg) im Vergleich zu 25,0% (5 mg, p = 0,066).
Für die Lenalidomid Gruppen zusammengefasst war die 3-Jahres-Überlebensrate und das AML Risiko 56,5% respektive 25,1%. RBC-TI für ≥ 8 Wochen war assoziiert mit 47% und 42% Reduktion des relativen Risiken für AML Progression oder Tod, bzw. (P = 0,021 und 0,048).
Das Sicherheitsprofil stimmte mit früheren Berichten überein. Lenalidomid ist von Vorteil und hat ein akzeptables Sicherheitsprofil bei Transfusions-abhängige Patienten mit Low-/ Intermediate-1-Risiko del5q MDS.
Hier zu Artikel auf Englisch… » (OncologyStat)

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