“Chemohirn” – vermindert die Chemotherapie das Gedächtnis und die Konzentration?

von onco am 27. Januar 2011

Hatten Sie eine Chemotherapie und fällt es ihnen jetzt schwer alltägliche Aufgaben zu bewältigen? Haben Sie das Gefühl, geistig nicht mehr so zu funktionieren wie früher?.

Treten nach einer Chemotherapie Probleme mit dem Gedächtnis und der Konzentration auf, wird dies umgangssprachlich als „Chemohirn” bezeichnet.

Lange Zeit war unsicher, ob diese Konzentrations- und Gedächtnisstörungen wirklich häufiger nach einer Chemotherapie auftreten. Ebenso ob gefundene Gedächtnisstörungen wirklich mit der Chemotherapie zusammenhängen. Bei Krebspatienten gibt es noch viele andere Ursachen für ein “Chemohirn”.

Ein Neurologe von Patras in Griechenland hat deshalb alle derzeitigen Untersuchungen zusammengestellt (Argyriou et al. Either Called “Chemobrain” or “Chemofog,” the Long-Term Chemotherapy-Induced Cognitive Decline in Cancer Survivors Is Real. J Pain Symptom Manage (2010) pp. ).

Die Schlussfolgerung: Ein “Chemohirn” gibt es wirklich! Es kann auch noch länger nach Abschluss der Chemotherapie bestehen bleiben und ist wahrscheinlich häufiger als angenommen.

Was kann man tun?

Oft sind Veränderungen im Hirn glücklicherweise nicht definitiv. Zum Beispiel sieht man bereits 2 Monate nach regelmässiger Meditation Veränderungen in Hirnuntersuchungen (ScienceDaily (Jan. 21, 2011)). Die Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. (DLH) hat aufgrund von Angaben der Amerikanischen Cancer Care eine Broschüre veröffentlicht.

Möglichkeiten, um die Konzentration zu verbessern

1. Konzentration aufbauen

Dies ist der erste Schritt. Werden Sie sich bewusst über äussere und innere Ablenkungen. Gegen viele der Ablenkungen können Sie etwas tun.

2. Konzentration verbessern

Anschliessend planen Sie sich zu konzentrieren. Bauen Sie Interesse auf an dem, was Sie tun. Teilen Sie die Aufgaben in kleinere Abschnitte, Planen Sie Pausen, Variieren Sie Ihre Aufgaben.

3. Konzentrationsgewohnheiten entwickeln

Konzentration muss wie andere Fähigkeiten geübt werden. Wie lange können Sie sich konzentrieren? Finden Sie heraus, wie Sie dies verlängern können: Regelmässige Tageszeit? Konzentrationsfördernde Atmosphäre? Pausen?

Möglichkeiten zur Förderung der Erinnerung

  • Nützen Sie Hilfsmittel zur Erinnerung.
    • Listen, Aufschreiben, Kalender, Zettel an Kühlschrank
  • Wiederholen Sie laut, was Sie hören oder aufschreiben.
  • Machen Sie Kreuzworträtsel, lösen Sie Denksportaufgaben.
  • Trainieren Sie Ihr Gedächtnis.
    • Es gibt auch online Trainingsprogramme. Ein gut fundiertes Programm ist Lumosity. Die Seite ist zwar englischsprachig, aber das meiste ist auch für Deutschsprachige einfach zu verstehen und mitzumachen.
  • Informieren Sie Freunde und Angehörige.

Hilfe durch Fachleute

Wenn Sie keine Verbesserung sehen, informieren Sie Ihren Arzt. Vielleicht sind auch andere Ursachen vorhanden.

  • Eine Blutarmut
  • Stress
  • Depressionen
  • Angst
  • Erschöpfungszustände
  • Medikamente
  • Hormonelle Veränderungen

Oder vielleicht braucht es sonst intensivere Hilfe von Fachleuten zur Verbesserung des Zustandes.

Möchten Sie über neue Artikel informiert werden?
Geben Sie Ihre E-Mail Adresse an!

Schreibe einen Kommentar

Früherer Artikel:

Späterer Artikel: