Alternative Krebsbehandlung – soll ich ihr vertrauen?

von Urs am 19. März 2011

Wollen Sie nichts unversucht lassen? Sich nicht nur auf die Schulmedizin sondern auch auf eine alternative Krebsbehandlung verlassen? Sind Sie aber unsicher, ob Sie einem Scharlatan ausgeliefert sind? Können Sie sich die Kosten einer zusätzlichen Therapie nicht leisten?

Von vielen pflanzlichen Medikamenten vermutet man eine Wirkung, die Krebskranken von Nutzen sein könnte. Zum Beispiel beim Prostatakrebs: Grüntee soll das PSA reduzieren, Extrakte des Granatapfels sollen die Krebskrankheit stabilisieren, Bestandteile aus Fruchtschalen sollen die Bildung von Metastasen verhindern. Eine Suche im Internet wird sie mit vielen Angeboten überschwemmen.

Bei den meisten Beschreibungen einer möglichen Wirkung wird aber zuwenig darauf hingewiesen, dass dies meistens nur Versuche im Reagenzglas oder Resultate von Tierversuchen sind.

Eine gute Beschreibung dieser Problematik finden Sie auf Heilpflanzen-Info.

Wie soll man sich in so einer Situation entscheiden? Eher für oder gegen einen Therapieversuch?

##Beteiligung an einer Studie?
Haben Sie sich schon überlegt an einer Studie mitzumachen? So können Sie die Erfahrungen, die Sie mit dieser Therapie machen anderen Krebspatienten mitteilen.

Zum Beispiel können derzeit Patienten bei einer Untersuchung über die Wirkung von modifiziertem Zitruspektin beim Prostatakarzinom mithelfen. Zitruspektine bestehen aus komplexen Polysacchariden (Zuckerverbindungen), die aus dem Fruchtfleisch und der Schale von Zitrusfrüchten gewonnen werden. Es bestehen Hinweise darauf, dass diese Extrakte den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können. Die Studie wird an der Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt.

Bis vor kurzem konnten auch in der Schweiz Patienten mit Prostatakrebs bei einer Studie über die Wirkung von Granatapfelextrakt auf den Prostatakrebs mithelfen.

Leider gibt es nicht sehr viele Studien. Sie bedeuten für den Patienten immer etwas mehr Aufwand. Aber ich würde empfehlen, dass Sie Ihren Onkologen oder Hausarzt fragen, ob in Ihrer Gegend die Teilnahme an Studien möglich ist. Die Behandlung auch von neuen Substanzen wird so sicher korrekt durchgeführt. Und vor allem werden die Erfahrungen damit für eine spätere bessere Therapie ausgewertet.

In der alternativen oder integrativen Krebstherapie gibt es eine zunehmende Forschungsaktivität.

* International Society for Complementary Medicine Research
* Society for Integrative Oncology
* European Congress for Integrative Medicine
* **In der Schweiz** – Integrative Onkologie und Forschung

##Abschliessend
Auch mit einer Studie haben Sie immer noch das Risiko, dass eine neue Behandlung nichts hilft. Oder vielleicht sogar ein bisher unbekannter Schaden auftritt. Aber sie helfen mit, dass die Erfahrungen mit ihrer Therapie später anderen Krebspatienten in der Entscheidung für oder gegen eine alternative Krebstherapie hilft.

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