Adjuvante Therapie beim Pankreaskarzinom doch nützlich?

von Urs am 30. Dezember 2010

Ein Pankreaskarzinom wurde vollständig operiert. Was dann? Eine anschliessende adjuvante Therapie verbessert die Prognose. Dies auch ausserhalb von Studien, wie eine populationsbasierte Studie zeigt.

Im Oregon State Cancer Registry wurden alle von 1996 bis 2003 diagnostizierten Pankreaskarzinome identifiziert (Cancer 2010).
298 Patienten wurden erfasst, bei denen eine Operation durchgeführt wurde. Innert 30 Tagen nach Operation verstarben 6% der Patienten. Ein negativer mikroskopischer Rand war bei 69% der Patienten erreicht worden.

89 Patienten (47%) bekamen keine adjuvante Therapie. Als adjuvante Therapie wurde bei 73% eine kombinierte Chemo-Radiotherapie durchgeführt.

Das mediane Gesamtüberleben betrug 12 Monate. Nach 5 Jahren lebten noch 6.7% der Patienten. Die Prognose wurde beeinflusst durch

  • präoperativen Gewichtsverlust
  • Tumorstadium und Lymphknotenbefall
  • Tumor am Resektionsrand
  • adjuvante Therapie

Ein Weglassen der adjuvanten Therapie war mit einer 1.5x höheren Mortalitätsrate verbunden.

Abschliessend

Wie ist Prognose beeinflussbar? Eine R0 Resektion und eine adjuvante Therapie sind signifikant mit einer niedrigeren Mortalitätsrate verbunden.
Überraschend ist das tiefe 5-Jahres Überleben. In vielen grösseren meist an einer Institution durchgeführten Studien ist das 5-Jahresüberleben nach Resektion ≥20%.
Hat dies mit der häufigeren R0 Resektion und vermehrtem Einsatz von adjuvanter Therapie an spezialisierten Zentren zu tun?

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