Abgeklärte Mikrohämaturie – Nachkontrollen nötig?

von Urs am 8. Dezember 2010

Sie stehen vor einem Patienten. Eine Mikrohämaturie wurde urologisch abgeklärt mit alles normalen Befunden. Wie ist die Prognose? Sind Nachkontrollen nötig? Dieser Frage geht folgende Studie nach (Urology 2010; 75 (January):20-26)

258 Männer ≥50 jährig mit einer mikroskopischen Hämaturie wurden weiter abgeklärt. Die Abklärung bestand in Urinkultur, Zytologie, Serum Kreatinin, intravenöser Pyelografie oder Computertomographie und Zystoskopie. Die 234 Patienten ohne Karzinom wurden während 14 Jahren in Krebsregistern nachverfolgt.

Nur 2 der 234 Männer entwickelten ein Blasenkarzinom. Dies war gleich häufig wie bei Männern ohne Hämaturie beim initialen Screening.

Die Studie schliesst daraus, dass nach einer negativen urologischen Abklärung diese Patienten nicht speziell nachkontrolliert werden müssen.

In gegenwärtigen Empfehlungen, zB. der American Urological Associaton, sind noch regelmässige Nachkontrollen empfohlen. Die Evidenz für diese Empfehlungen fehlt aber.

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